Tipps zum Thema Abkleben, Abdecken und Maskieren, sowie zur Trockenverklebung.
Maler und Lackierermeister 02-2007
Eine tägliche Aufgabe des Malers sind sämtliche Abdeck- und Abklebearbeiten. Der Zeitaufwand hierbei kann enorm sein. Wie diese Arbeiten rationeller und schneller erfolgen können, skizziert nachfolgender Beitrag.
Bevor es ans Abkleben geht, muss der Untergrund vom Verarbeiter auf seine
Haftfähigkeit überprüft werden. Die Abzuklebende Fläche muss generell trocken, frei von Trennmitteln sowie staub- und schmutzfrei sein. Probeverklebungen sollten in jedem Fall an einer unauffälligen Stelle vor Ort durchgeführt werden.
Tipp: Vor Arbeitsbeginn ist der Untergrund vom Verarbeiter auf Mängel zu überprüfen. Sollten hier bereits Bedenken entstehen, sollte dies dem Bauherren bereits vor Arbeitsaufnahme angekündigt werden.
Besonders bei Holz mit alter Lack- oder Dispersionsbeschichtung kann es beim Abziehen vom Klebeband zu Holz- oder Lack- bzw. Farbausrissen kommen.
Um dies zu vermeiden, sollte vor dem Abkleben ein Ausrisstest durchgeführt werden. Ein Streifen Klebeband wird an eine unauffällige Stelle geklebt und fest angerieben, anschließend ruckartig weggerissen.
Sollte es hierbei zu Ausrissen kommen, ist die alte Beschichtung zu erneuern um größeren Schaden zu vermeiden. Muss das Band für einen längeren Zeitraum verklebt werden, ist ein Langzeittest erforderlich. Hierfür das Band für circa 24 Stunden verklebt lassen. Ruckartiges Entfernen darf keine Ausrisse oder Rückstände geben. Dann ist das Band auch für längeres Abkleben geeignet.
Tipp: Besonders empfindliche Untergründe sollten entweder mit einem PVC-Schutzband oder einem UV-Gewebeband abgeklebt werden, da diese Klebebänder besonders schonend zum Untergrund sind.
Zum Reinigen des Untergrundes immer saubere Tücher verwenden. Bei Reinigungsmitteln ist darauf zu achten, dass materialverträgliche Lösemittel benutzt werden. Vorab sollten die Lösemittel an einer unauffälligen Stelle auf Materialverträglichkeit getestet werden.
Tipp: Die Reinigungsmittel müssen vollständig mit Wasser neutralisiert werden, damit keine klebstoffanlösenden Stoffe am Untergrund zurück bleiben.
Die ideale Verarbeitungstemperatur bei Klebebändern sollte bei mindestens +10°C liegen. Die Fügepartner sollten die gleiche Temperatur haben.
Hinweis: Niedrige Verarbeitungstemperatur reduziert die Anfangsklebkraft.
Wie lange ein Klebeband verklebt werden kann, lässt sich nicht generell sagen.
Dies hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. UV-Belastung, Beanspruchung, Witterung, Klebstoffart, Trägermaterial und Untergrundempfindlichkeit. Hochwertige Abdeckbänder liefern hier wesentlich höhere Reserven.
In der Regel gilt: Abkleben und Streichen sollten möglichst zeitnah geschehen.
Durch die Vielzahl unterschiedlicher Materialien und die immer größer werdenden Anforderungen durch diverse Untergründe kann es nicht nur ein Band für alle Zwecke geben.
Es empfiehlt sich, im Innenbereich das bewährte Feinkrepp zu verarbeiten.
Feinkrepp-Bänder schützen durch eine gute Wasserabweisung vor Aufquellen des Bandes und somit vor Unterlaufen der Farbe. Die stabile und reißfeste Qualität erleichtert die Verarbeitung und garantiert somit saubere, randscharfe Farbkanten.
Gerade bei Feinkrepp-Bändern gibt es wesentliche Qualitätsunterschiede. Bei Verwendung von Billig-Bändern besteht die Gefahr, dass diese gar nicht oder nicht ausreichend imprägniert sind. Dies führt bei Anwendung von Dispersionsfarben zum Aufweichen des Bandes und den daraus folgenden Farbunterläufen.
Beim Abziehen eines aufgeweichten Feinkrepp-Klebebands löst sich oft der Träger vom Klebstoff. Dies führt zu Klebstoffrückständen. Daher sollte besonders viel Wert auf Verwendung einer hochwertigen Qualität gelegt werden.
Tipp: Für extra flache Farbkanten im Innen- und Außenbereich gibt es Spezialpapier-Bänder. Diese besonders anschmiegsamen Bänder haben eine Spezialimprägnierung und sind trotz extra dünnem Papier besonders reißfest.
Ein hochwertiges PVC-Schutzband oder ein spezielles UV-Gewebeband für den Innen- und Außenbereich ist für eine große Bandbreite von Abklebarbeiten bestens geeignet. Das PVC-Schutzband aus einer widerstandsfähigen Weich-PVC-Folie passt sich hervorragend dem Untergrund an.
Es ist beständig gegen Wasser, Öl und mechanische Beschädigungen. In gerippter Ausführung ermöglicht es ein leichtes Abtrennen von Hand. Da PVC-Bänder oft über Wochen verklebt bleiben ist darauf zu achten, dass die Klebkraft nicht zu stark ist. Bei sehr kalten Temperaturen können PVC-Klebebänder beim Entfernen spröde werden oder brechen.
Tipp: Bei kälteren Temperaturen empfiehlt sich ein UV-Gewebeband, da diese Klebebänder durch das feinmaschige Zellwollgewebe nicht spröde werden können.
Aber auch im Sommer ist ein UV-Gewebeband ideal zu verarbeiten. Die integrierte UV-Blockerfolie vermeidet das Einwirken von UV-Strahlen auf den Klebstoff. Dadurch ist die Gefahr von Klebstoffrückständen vermindert.
Allzweck-/Steinbänder sind aggressiv klebende, hochflexible Klebebänder mit einer speziellen PE-Beschichtung. Sie eignen sich besonders für raue und schwierige Untergründe. Steinbänder dürfen nicht auf glatten oder empfindlichen Untergründen eingesetzt werden, wenn ein rückstandsfreies Entfernen erforderlich ist.
Tipp: Diese Klebebänder eignen sich auch für ein kurzfristiges Abdichten von Rohren oder Schläuchen, genauso wie für Abklebearbeiten auf Sandstein oder Beton.
Für großflächige Abdeckarbeiten gibt es spezielle Folienmasker. Folienmasker sind eine Kombination aus Gewebeband und HDPE-Abdeckfolie. Diese Bänder sind im Innen- und Außenbereich der optimale Helfer für schnelles und ratio-nelles Abdecken und Abkleben in einem.
Ideale Anwendungsbereiche sind großflächige Abdeckarbeiten, wie z. B. Heizkörper, Fensterscheiben und Türen. Ebenso eignen sie sich für Abdeckarbeiten bei der Fahrzeuglackierung. In Bereichen, in denen eine erhöhte Stabilität erforderlich ist z. B. Verputzarbeiten, gibt es Folienmasker mit extra breitem Gewebeband und einer verstärkten HDPE-Folie.
Durch die verstärkte Folienqualität wird ein ständiges Einreißen unter Belastung vermieden. Die Folienmasker sind in Ausfallbreiten bis zu 2,60m erhältlich.
Tipp: Achtung in den heißen Sommermonaten! Dort sollte auf empfindlichen Untergründen bzw. Metalluntergründen mit einem PVC-Schutzband vorgeklebt werden, um Klebstoffrückstände zu vermeiden.
Unter Verwendung von Folienmasker in Kombination mit einem Duoband sind Fenster und Türen noch schneller und sauberer abgedeckt. Ein Duoband ist ein doppelseitiges PVC-Klebeband mit klebefreier Randzone auf der Oberseite. Mit diesem Klebeband kann sehr exakt abgeklebt werden. Auf der klebenden Zone der Oberseite können dann Abdeckfolien zum Schützen einer Fläche angebracht werden. Dadurch, dass die Abdeckfolie auf der Randzone nicht verklebt wird, wird diese einfach zurückgeschlagen und abgetrennt.
Tipp: Die ideale Breite für ein Duoband ist 25 mm für den Innenbereich und 30 mm für den Außenbereich, denn so lässt sich zwischen Fensterrahmen und Scharnieren leicht und schnell abkleben.
Es gibt zwei Varianten zum Schützen von Oberflächen mit selbstklebenden Abdeckfolien:
Zum Schützen von textilen Bodenbelägen eignet sich eine selbstklebende Teppich-Schutzfolie. Diese Schutzfolie ist ideal bei sämtlichen Renovierungsarbeiten. Sie schützt Teppichböden bis hin zur Bauabnahme. Die Teppich-Schutzfolie ist einfach auszurollen, da die selbstklebende Seite außen ist.
Sämtliche glatte Oberflächen wie z.B. Bodenbeläge, Glas, Fensterbänke, Balkone, Dachrinnen können mit einer schwach klebenden Schutzfolie sehr effektiv geschützt werden. Die schwach klebende Schutzfolie ist besonders widerstandsfähig und aufgrund der vielen Anwendungsbereiche in sämtlichen Rollenbreiten erhältlich. Durch ihre gute Wasser- und UV-Beständigkeit kann sie auch im Außenbereich angewandt werden.
Tipp: Die Schutzfolie immer von außen an Fensterscheiben anbringen. Anderenfalls würde UV-Licht direkt auf den Kleber fallen, was zu Klebstoffrückständen führen kann.
Auf Naturstein sollte generell nicht verklebt werden, da es zu Verätzungen kommen kann. Dies ergibt sich daraus, dass Stein alkalisch ist und Klebstoff sauer. Verbinden sich diese zwei Stoffe miteinander, kommt es zu einer chemischen Reaktion. Es kann so zu Verfärbungen des Natursteins kommen.
Tipp: Hier sollte auf Klebeband verzichtet werden, zum Abdecken eignet beispielsweise ein Abdeckvlies oder eine nicht klebende Abdeckfolie.
Um Klebstoffrückstände zu vermeiden, das Klebeband möglichst flach nach hinten abziehen (abschälen). Denn so wirkt die Zugkraft auf das Band und nicht auf den Untergrund. Grundsätzlich dürfen Klebebänder nie ruckartig abgezogen werden.
Tipp: Umso flacher das Band abgezogen wird, um so schonender ist das Entfernen für den Untergrund und das Klebeband.
Sollte es doch einmal zu Klebstoffrückständen kommen, sollte nicht sofort auf
aggressive Reinigungsmittel oder Klebstoffentferner zurückgegriffen werden. Der Grundsatz, immer erst an einer unauffälligen Stelle zu testen, trifft auch hier zu.
Tipp: Bevor Klebstoffrückstände mit Löse- oder Reinigungsmitteln großflächig verschmiert oder gar empfindliche Oberflächen zerstört werden – hier ein Praxis-Tipp: Ein Stück Klebeband (z.B. Steinband) wird auf den Klebstoffrückstand geklebt und angerieben. Anschließend wird das Steinband vorsichtig abgezogen. Der Klebstoffrückstand verbindet sich mit dem Kleber des Steinbandes und löst sich langsam vom Untergrund. Gegebenenfalls mehrmals wiederholen.
Je nach Klebebandart sollten diese nicht länger als 1 Jahr gelagert werden. Sie verlieren mit der Zeit ihre Klebeeigenschaften. Für die maximale Lagerdauer ist es wichtig, die genauen Herstellerangaben zu beachten.
Tipp: Selbstklebeprodukte sollten kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Klebebänder immer ohne direkte Einstrahlung von UV-Licht aufbewahren.
Immer mehr Malerbetriebe beschäftigen sich nicht nur mit den klassischen Malerarbeiten. Ein immer größer werdender Aufgabenbereich des Malers ist die Fussbodenverlegung.
Beim Verlegen von textilen Fußböden sowie CV-/PVC-Belägen spielen Klebebänder mittlerweile eine sehr große Rolle. Statt der Verklebung mittels Nasskleber werden hier sogenannte Trockenklebstoffe eingesetzt. Diese speziellen, meist 1 m breiten Klebebandrollen für die langfristige, vollflächige Verklebung sind der ideale Ersatz für die Nassverklebung, egal ob im Neubau oder bei der Renovierung.
Die Trockenverklebung bietet gegenüber der Nassverklebung entscheidende Vorteile z. B.
Bei einer späteren Wiederaufnahme entsteht weder Lärm noch Schmutz. Beläge können ohne maschinelle Hilfe wieder entfernt werden oder der vorhandene Belag kann als zusätzlicher Untergrund als Trittschall- bzw. Wärmedämmung genutzt werden.
Besonders bei Klebstoffen mit starker Anfangshaftung kann es im Nahtbereich oder beim Einschneiden an engen Nischen erforderlich sein, die Klebkraft kurzzeitig zu neutralisieren.
Tipp: Den Trockenkleber mit einem Schwamm leicht anfeuchten. Dadurch wird die Klebkraft kurzzeitig aufgehoben. Nun kann der zu verlegende Belag eingepasst und korrigiert werden. Sobald das Wasser verdunstet ist (wenige Minuten) stellt sich die volle Klebkraft wieder her.
Zur Anbringung von Kettelsockelleisten und Hartkernsockelleisten werden spezielle Montagebänder verwendet. Dies erspart eine mechanische Befestigung wie Bohren, Dübeln und Nageln.
Tipp: Diese Montagebänder sind in einer Breite zu verwenden, welche mindestens 80% der Sockelleistenhöhe abdeckt. So kann eine ideale Verklebung erzielt werden.
Die Festigkeit der Klebung ist abhängig vom Kontakt zwischen Klebstoff und der zu verklebenden Oberfläche. Da Klebstoffe einer Fließeigenschaft unterliegen, wird die Vernetzung zum Untergrund durch die Klebedauer erhöht. Je nach Klebeband wird die volle Klebkraft erst bis zu 72 Stunden nach der Verklebung erreicht. Die Endklebkraft kann durch Druck oder Wärme beschleunigt werden.
Tipp: Um den Anpressdruck zu erhöhen gibt es spezielle Anpressrollen oder Flächenpressen.

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